
52 junge deutsche Fotografen (1981, 98 S., Farbe und s/w))
In der zweiten Hälfte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gewann die „künstlerische“ Fotografie immer mehr Aufmerksamkeit, angetrieben durch Energie ihrer Macher, gepaart mit der Sehnsucht nach mehr öffentlicher Anerkennung. Viele Fotografen nahmen die Sache selbst in die Hand und verschafften sich eine Plattform für ihre Arbeiten, indem sie selbst Galerien gründeten.
Darunter Galerie Lichttropfen in Aachen, die von Wilhelm Schürmann und Rudolf Kicken initiiert wurde, sich in Schürmann & Kicken umfirmierte, um dann gänzlich als Galerie Rudolf Kicken in Köln anzukommen.
Hochschulen spielten eine wichtige Rolle in der Vermittlung der Fotografie, Essen (Folkwang Schule) Bielefeld, Hannover, VHS Kreuzberg um Michael Schmidt in Berlin, die Bechers in Düsseldorf usw.
Der Einfluss der amerikanischen Fotografie war immens, was sich allein schon durch die Anzahl qualitativer hochwertiger Fotobücher (auch in der Druckqualität) bemerkbar machte. Als deutschsprachige Publikation war lange Zeit nur die Schweizer Zeit CAMERA eine ernstzunehmende Alternative. Das Erscheinen der Zeitschrift FOTOGAFIE im Jahr 1978 bot endlich ein weiteres Forum. Der Verleger Wolfgang Schulz in Göttingen schuf damit deutschen Fotografen eine weitere Plattform sich einem breiteren Publikum zu zeigen. Heinrich Riebesehl, André Gelpke, Verena von Gagern, Michael Schmidt Andreas Pohlmann und viele andere. Weitere FotografenInnen fanden nun ein Publikum, das nun auch begierig war, Fotografie in neugegründeten Galerien zu sehen.
Ende der 70er Jahre hatte sich schon eine Gruppe arrivierter AutorenfotografenInnen gebildet, die fast Kultstatus hatten, wodurch es anderen jüngeren FotografenInnen schwerfiel, wahrgenommen zu werden. Das führte mich zu der Idee eine Anthologie junger deutscher Fotografen zu publizieren. Im November 1981 erschien der Katalog „52 junge deutschen Fotografen“ gleichzeitig zur Ausstellung in der Produzentengalerie Adelgundenstrasse in München, die ich dort organisierte.
Gerade vier Monate früher hatte Allan Porter, der langjährige Chefredakteur von CAMERA eine Ausgabe seines Magazins auch der jungen deutschen Fotoszene gewidmet. Teilweise fanden sich die gleichen Namen in beiden Veröffentlichungen. Ich hatte das Projekt ohne irgendwelche Subvention begonnen. Mein Titel „52 junge Fotografen“ wurde 1981 mit dem Kodak Fotobuchpreis ausgezeichnet, was mir half die Kosten einigermaßen im Griff zu halten. STERN und Spiegel brachten Tipps & ‚Trends. Das hat mich finanziell einigermaßen gerettet.
Die Namen der 52 AutorInnen:
Hans-Christian Adam, Herbert Albert, Thomas Anschütz, Volker-Michael Aust, Heiner Blum, Uschi Blume, Christiane Bohm, Joachim Brohm, Gisela Körper, Dieter Fahrer, Klaus Frahm, Karsten Fricke, Barbara Gass, Manfred Geisler, Uwe Göbel, Anton Grassl, Rainer Griese, Johannes Michael Haas, Werner Hannappel, Alexander Haselhoff, Werner Heinecke,
Peter Helm, Hanni Hinrichs, Andreas Horlitz, Heiner Ix, Alois Jurkowtisch, Heribert Kansy, Waltraud Krase, Otmar Land, Sandro (Alexander) Laurenzo, Loni Liebermann, Knut Maron, Reinhard Matz, Daniel Mayer, Hans Mayr, Roswitha Menke, Erhard Oehlschläger, Wilfried Petzi, Klaus Pohl, Monika Rapp, Aglaia Risch, Robert A. Schäfer, Regina Schmeken, Eberhard Springer, Ales Sobota, Edmund Tucholski, Ferdinand Ullrich, Gerda Von, Wolfgang Voss, Walburg von Waldenfels, Jenner Zimmermann, Wolfgang Zurborn.